Messe Stuttgart: Den Messestandort Stuttgart stark gemacht

Veröffentlicht am 13.01.2020
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Eröffnung der Neuen Messe Stuttgart am 19. Oktober 2007. Bundespräsident Horst Köhler trägt sich in das gelbe Buch der Messe Stuttgart ein.

Ulrich Kromer geht zum 31. Januar 2020 in den „Unruhestand“ – die Liste seiner Verdienste für den Messeplatz Stuttgart ist lang

„Mit Ulrich Kromer verabschieden wir heute verdientermaßen eine Persönlichkeit in den Ruhestand, die fast zwei Jahrzehnte die Landesmesse Stuttgart entscheidend geprägt hat. Getragen von einem großen Gestaltungswillen hat er die Messe Stuttgart konzeptionell weiterentwickelt, mit viel Leidenschaft weit über die Landesgrenzen bekannt gemacht und dadurch die Weichen für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft gestellt“, betonte Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, anlässlich des Neujahrsempfangs der Messe Stuttgart. In diesem Rahmen wurde Kromer ein vorgezogener, offizieller Abschied vor rund 1.800 Gästen bereitet.


Das Highlight in den Jahren von Kromers Wirken war zweifelsohne die offizielle Eröffnung der neuen Messe Stuttgart am 19. Oktober 2007. „Wann hat ein Messechef schon mal den amtierenden Bundespräsidenten zu Besuch? Das war schon ein beeindruckender Tag, als Bundespräsident Horst Köhler unser Messegelände am Stuttgarter Flughafen eröffnet hat“, gibt Ulrich Kromer unumwunden zu.


Der Weg war lang und steinig bis zu diesem Tag. Es gab viele Widerstände gegen den Bau auf den Fildern. Gleichwohl war ein neues, zeitgemäßes und größeres Messegelände längst überfällig in einer prosperierenden Wirtschaftsregion wie Baden-Württemberg und ganz besonders dem Raum Stuttgart. Die Beschwerden der heimischen Industrie, die sich ein ihrer Wirtschaftskraft angemessenes Schaufenster für ihre Maschinen und Produkte im Land wünschte, waren immer lauter geworden.


Ulrich Kromer nahm im Januar 2001 als Geschäftsführer und Nachfolger von Dr. Walter Gehring seine Arbeit für die Messe Stuttgart auf. In dieser Funktion konnte er bei der Planung und dem Bau des neuen Messegeländes, seiner Logistik-Abläufe und der Dienstleisterauswahl aktiv mitwirken und mit der Projektgesellschaft Neue Messe (ProNM) als Bauherrin gemeinsam das Projekt Neue Messe Stuttgart, für das sein Vorgänger bereits die Weichen gestellt hatte, mit vorantreiben. Der Umzug selbst, mit der feierlichen Eröffnung, bildete den gelungenen Abschluss dieses Mammutprojektes. „Das erlebt man in der Regel nur einmal im Leben. Ich durfte bereits mit der Messe Leipzig an einen neuen Standort umziehen“, so Kromer schmunzelnd.


Der nächste Schritt war der Bau eines Verwaltungsgebäudes für die Mitarbeiter, die seit 2008 ihre Büros gegenüber den Messehallen an der großen Messepiazza haben. Der alte Messestandort auf dem Killesberg war damit Geschichte. Was folgte war eine Erfolgsstory, für die Kromer den Boden bereitete. „Mit dem Umzug auf das neue Gelände standen uns 105.200 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung und damit doppelt so viel wie auf dem Killesberg mit seinen rund 50.000 Quadratmetern. Gleich in den ersten beiden Jahren konnten mit der CMT, der weltweit größten Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit, und der AMB, internationale Ausstellung für Metallbearbeitung, alle Hallen komplett belegt werden. Unser Anspruch musste aber sein, diese Fläche dauerhaft zu füllen. Und wir wollten internationaler werden, sowohl bei den Ausstellern, als auch bei den Besuchern, um wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben“, erklärt Kromer rückblickend das gesteckte – und erreichte - Ziel. Die Messen am Standort Stuttgart legten bei der Internationalität der Aussteller und Besucher unter der Ägide Kromer deutlich zu.


Dazu wurde intern umstrukturiert und Fachbereiche gebildet, in denen Messen mit ähnlicher Thematik zusammengefasst wurden, für bessere Kundenansprache und individuelleren Kundenservice. Kromer zeichnet verantwortlich für die Bereiche Industrie & Technologie, Wirtschaft & Bildung, Gastveranstaltungen/ICS, MARKOM sowie Technik/Infrastruktur. Vor der Neuordnung des Messegeschäftes war er aber auch zuständig für die Publikumsmessen, von denen insbesondere die CMT und die Retro Classics ein Begriff in ihren Branchen sind. Das Erscheinungsbild der Messe und auch des Messelogos wurden überarbeitet um Aufbruchstimmung zu signalisieren. Schließlich hatte Kromer mit der Einführung von Hallen-Marketingpartnerschaften eine innovative Idee, um die die Messe Stuttgart von anderen Messeplätzen beneidet wird. „Das Bosch-Parkhaus ist heute in aller Munde. Sowohl Bosch, als auch die Messe Stuttgart, sind stolz auf diese Kooperation“, freut sich Kromer. Das L-Bank Forum, die Oskar Lapp Halle, die Alfred Kärcher Halle, der Rothaus Park, die Schenker Allee, die Paul Horn Halle, die Jaques Lanners Halle, die Ikono VIP-Lounge und die Mahle Halle sollten folgen. Alle diese Marketingpartnerschaften spülten frisches Geld in die Kassen der Messe Stuttgart und der ProNM, das gewinnbringend investiert werden konnte.


Ein großer Coup gelang Kromer mit der Ansiedelung der Industriemessen des Messeveranstalters P. E. Schall GmbH & Co. KG, der auf der Suche nach einem neuen, größeren Messeplatz war. Man wurde sich handelseinig und er ist seitdem der größte Gastveranstalter auf dem Stuttgarter Messegelände. Kromer wirkte zudem an der Neuentwicklung und der Akquise weiterer namhafter Messen und Kongresse mit, wie der Logimat, Fastener Fair, Lasys, Moulding Expo, Castforge, T4M, In.Stand, IKA/Olympiade der Köche, Gelatissimo oder der Dach + Holz. Nicht immer verliefen die neuen Projekte erfolgreich, aber auch das gehört für Kromer zum unternehmerischen Risiko. „Man muss auch etwas wagen, um Erfolg zu haben. Ohne Mut zu neuen Themen, kann man einen Messeplatz nicht voranbringen.“ Ein besonderes Veranstaltungshighlight war für Kromer der ThyssenKrupp Ideenpark 2008, der für begeisterte Besucher sorgte. „Insgesamt konnten das Gastveranstaltungsgeschäft stetig weiter ausgebaut werden und macht zwischenzeitlich rund 30 bis 40 Prozent unseres Gesamtumsatzes aus, je nach Messejahr“, berichtet Kromer.


Was niemand so schnell erwartet hatte, trat bereits 2010, gut zwei Jahre nach dem Umzug auf das neue Messegelände, ein. „Wir hatten unser Zehnjahresziel erreicht und die Messe Stuttgart damit unter die Top 10 der deutschen Messeplätze gehoben“, sagt Kromer. „Seit dem Umzug konnte der Umsatz gegenüber dem Killesberger Messegelände nahezu verdreifacht werden. Er liegt nun bei rund 180 Millionen Euro in den veranstaltungsstarken, geraden Jahren und Stuttgart damit auf Platz acht aller Messeplätze deutschlandweit.“


International gelang es, im Ausland erfolgreiche Satellitenmessen der Stuttgarter Muttermessen zu installieren, wie beispielsweise eine R+T Asia. Doch es gab auch Rückschritte bei diesen Bestrebungen. „Unser ehemals sehr erfolgreiches Iran-Geschäft mussten wir aufgrund der politischen Großwetterlage leider vollständig einstellen.“


Am Standort Stuttgart selbst wurde im Januar 2018 mit der Paul Horn Halle die zehnte Messehalle in Betrieb genommen und die Ausstellungsfläche der Messe Stuttgart auf 120.000 Quadratmeter erweitert. Dringend benötigte Fläche, die gleich im ersten Jahr von diversen Eigen- und Gastmessen komplett belegt wurde und der Messe Stuttgart einen neuen Rekordumsatz bescherte.


Für die Zukunft der Messe Stuttgart hat Kromer ebenfalls schon vorgesorgt. Viele Partnerverträge für Messen wurden bis in die 2030er Jahre hinein verlängert. „Damit ist eine Auslastungssicherheit auch in den Folgejahren gewährleistet“, freut sich Kromer. Einen Masterplan für 2025 hat er ebenfalls mit aufgestellt. „Es geht darin im Wesentlichen um den weiteren Ausbau des Messegeländes mit einer Halle 11, einem zusätzlichen Kongressgebäude und mehr Parkplätzen“, fasst Kromer zusammen. Sehr wichtig ist ihm auch, dass das Verhältnis zu den Nachbarn am Standort sowie zu den Gesellschaftern und Partnern gut ist. „Man kann nur im guten Einvernehmen mit den beteiligten Partnern wachsen und für alle gute Ergebnisse erzielen“, ist Kromer überzeugt.

www.messe-stuttgart.de

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