1989

Ideologen sind wie Meteorologen: Ihre Vorhersage war richtig, bloß das Wetter war falsch![Henri Tisot]

Die Welt 1989

Doomsday für die DDR und auch für den Kommunismus insgesamt. Die Initialzündung geht von deutschem Boden aus. "Wir sind das Volk" und "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" stehen als Kernzitate für einen gewaltigen Umbruch. Nach Montagsdemonstrationen in Leipzig und Massenflucht von DDR-Bürgern in die Bruderländer Ungarn und CSSR wird die Prager Botschaft der Bundesrepublik für kurze Zeit zum dichtest besiedelten Platz der Welt. Genscher wird populär, Honecker muss gehen, Egon Krenz gibt ein Kurzgastspiel. Am 9.11. um 23.14 Uhr kapitulieren die DDR-Grenzer vor dem Ansturm der "Visa-Befreiten" und öffnen einfach die Schlagbäume. Die Grenze ist gefallen und nur zwei Tage später holen sich bereits drei Millionen Ostdeutsche auf westdeutschem Boden ihre 100 Mark Begrüßungsgeld ab. Aus der SED wird die PDS, aus Ungarn, Polen, der Tschechoslowakei und Rumänien (Ceaucescu wird sogar hingerichtet!) Länder mit demokratischen Wahlen. Vor so viel Geschichte verblassen fast die anderen Ereignisse des Jahres wie das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking, das vorläufige Ende des Bürgerkriegs im Libanon, die Umweltkatastrophe rund um die Havarie der Exxon Valdez in Alaska. Überhaupt: Wer wird sich aufregen in einem Jahr, in dem Bobby McFerrin "Don´t worry, be happy" über alle Kanäle propagiert! Auch der Gewinn der Tischtennis-WM durch Rosskopf/Fetzner und der zweite deutsche Daviscup-Gewinn werden eher am Rande zur Kenntnis genommen. Es sterben: der japanische Kaiser Hirohito, Herbert von Karajan, Salvador Dali, Konrad Lorenz, Samuel Becket und der iranische Revolutionsführer Ayatollah Khomeini.

Der Verband 1989

Überall versuchen private Baulöwen den Kommunen klar zu machen, dass neue Häuser in einer Größenordnung von 20-25.000 Plätzen Fassungsvermögen notwendig sind. Der Verband warnt, der Infodienst höhnt: "Es gibt ungeahnte Möglichkeiten, man darf nur nicht sachlich und nüchtern denken. Arme Hallenmanager: Die Amerikaner werden uns schon zeigen, wie man 20.000 Plätze an 200 Tagen im Jahr kostendeckend füllt". Die Jahresarbeitstagung geht im April ins Kongresszentrum Karlsruhe. Präsident Hangstein (64) kündigt dort an, dass er für die 1991 anstehenden Neuwahlen nicht mehr zu Verfügung stehen wird und man sich rechtzeitig Gedanken um einen Nachfolger machen solle, insbesondere, weil ein Präsidentenwechsel laut Satzung auch Auswirkungen auf den Sitz der Geschäftsstelle hat. Hangsteins 65. Geburtstag wird im Juli groß gefeiert. Nicht nur für seine Verbandserfolge wird er geehrt, auch für 25 Jahre Leitung der Halle Münsterland. Zitat: "Er hat ein Dornröschen wach geküsst und bis zur Silberhochzeit wach gehalten". Der neue Schatzmeister Valjak kann für 1990 wieder einen ausgeglichenen Etat präsentieren. Der Informationsdienst übt deutliche Kritik: "Die Plenumsveranstaltungen sind langweilig, die Presse schimpft, die eigentliche "Musik" spielt in den Arbeitsgruppensitzungen".

Auf der Marketing & Management Services in Frankfurt nimmt der VDSM erstmals mit einem offenen Gemeinschaftstand teil, der von Bernhard Conin aus Köln konzipiert wird. Gebühr für eine 6 qm-Koje und vier Tage: 1.800,- DM. Karl Albert Winkler, der oftmals "bärbeißige Mainzer" erhält einen Lehrauftrag an der FH Rheinland-Pfalz.

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