1988

"Das Fernsehen hat feste Regeln. Bei den Western gewinnen immer die Guten, bei den Nachrichten immer die Bösen!" [Robert Lembke]

Die Welt 1988

Im Olympiajahr legt Sprinterstar Ben Johnson in Seoul eine viel beachtete Doping-Gala auf die Tartanbahn. Steffi Graf gewinnt in natürlicher Frische olympisches Gold und den Grand Slam und verhilft gemeinsam mit Boris Becker (New York Masters und Daviscup-Gewinn mit Stich und Jelen) den Deutschen zum größten Jahr in der deutschen Tennisgeschichte.

Eher unrühmliche Geschichte für das Fernsehen schreibt die Gladbecker Geiselgangster-Affäre um Rösner und Degowski, bei der zwei Menschen sterben müssen. Bei der Flugkatastrophe im pfälzischen Ramstein kommen 39 Menschen zu Tode, werden mehr als 300 verletzt. Auch hier überträgt das Fernsehen schreckliche Bilder. Derweil geht der erste Golfkrieg zwischen Iran und Irak zu Ende, wird der deutsche Verteidigungsminister Wörner NATO-Generalsekretär und George Bush neuer Präsident der USA. Die Russen ziehen sich aus Afghanistan zurück und im (noch) kommunistischen Ungarn besetzen bereits Reformpolitiker alle wichtigen politischen Positionen. Bei nur acht deutschen Open Air-Konzerten lockt Michael Jackson über 600.000 zahlende Fans an. In seiner amerikanischen Heimat wird als erstes Wirbeltier ein echter Klon, die Gen-Maus, patentiert – musikalisch kommentiert von Grönemeyer mit: "Was soll das?" Felix Wankel, der Erfinder des ebenso genialen wie erfolglosen Wankel-Motors, stirbt im März. Im Oktober folgt ihm mit Franz-Josef Strauß (73) ein zwar umstrittener aber fachlich hoch geachteter Gigant der deutschen Nachkriegspolitik. Theo Waigel beerbt ihn um den CSU-Vorsitz.

Der Verband 1988

Wegen zu geringer Beteiligung muss der Congress Workshop in Innsbruck abgesagt werden.

Die erste Studie über den deutschen Kongressmarkt, unter Mitwirkung des VDSM erarbeitet, attestiert ein Volumen von drei Milliarden Euro. 141,- Mark pro Tag gibt der durchschnittliche Tagungsgast aus. Der Preis der Erkenntnis: 180.000 DM! Die Jahresarbeitstagung findet vor der Showtech im ICC Berlin statt. Justus Frantz hält dort einen Vortrag über "Mehr Kunst für weniger Geld" auf Basis der Marketingkonzeption des Schleswig Holstein Musikfestivals. Der Verband trauert um Finanzvorstand Willi Schmidt.

Der Haushalt hat eine Unterdeckung von 21.000 DM, vornehmlich zurück zu führen auf höhere Seminarkosten und Kosten für das Mitgliederverzeichnis. Der Haushaltsansatz für 1989 liegt bei 186.500,- DM. Die bereits 87 avisierte Beitragserhöhung wird nun beschlossen.

Ein neuer Rahmenvertrag für Mehrzweckhallen soll mit der GEMA vereinbart werden.

Intensive Diskussionen werden geführt über die umstrittene Refundierung aus Kartenvorverkäufen und neue Tendenzen im Kartenvorverkauf, insbesondere über elektronische Systeme wie START. Die Kosten für Öffentlichkeitsarbeit "explodieren" von 700,- Mark in 1987 auf 7.000,- Mark im 1989er Ansatz. Grund: Der VDSM hat einen eigenen Messestand angeschafft, der nun auch eingesetzt, mithin transportiert und begleitet werden muss. Man beschließt eine Resolution zur seit Jahren diskutierten Novellierung der Versammlungsstättenverordnung einzubringen, die den Interessen der Mitgliedshäuser vermehrt Rechnung trägt. Bei der Neuwahl des Vorstandes ist der erfolgsverwöhnte Präsident Hangstein erstmals mit 12 Nein-Stimmen und 8 Enthaltungen konfrontiert. In einer Kampfabstimmung unterliegt der bisherige Beisitzer für Öffentlichkeitsarbeit, Schrön, dem Plenumskandidaten Petersen aus Bremerhaven mit 16: 68 Stimmen. Hangstein ist sauer auf den Zeitgeist– O-Ton: "Michael Jackson bekommt 1 Million Gage und mit den Hallen wird um 100 Mark Stromkosten gefeilscht." Recht hat er.

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